Traumatherapie Somatic Experiencing®

Es gibt unterschiedliche traumatherapeutische Ansätze. Viele traditionelle Methoden zielen darauf ab, das Erlebte durch wiederholtes Erzählen zu verarbeiten. Unter meinen Fachkollegen wird mittlerweile die Gefahr der Re-Traumatisierung diskutiert, die durch das wiederholte Durchleben passieren kann. Von den vielen Methoden, die ich erlernt habe, hat mich am meisten die Methode Somatic Experiencing® überzeugt, mit der ich heute bevorzugt arbeite.

Somatic Experiencing® ist ein körperorientiertes Konzept zur Bewältigung von chronischen und posttraumatischen Stress-Symptomen, das es dem Betroffenen ermöglicht, sein Trauma aufzuarbeiten, ohne permanent über das Erlebte zu sprechen. Auf diese Weise wird eine Re-Traumatisierung verhindert.

Wie arbeitet die Traumatherapie Somatic Experiencing® ?

Somatic Experiencing® nutzt und schult die eigene Wahrnehmung in Bezug auf Empfindungen im Körper. Dabei werden stress- und traumabedingte "Erinnerungen" schonend in Erfahrung gebracht, um körperlich, geistig und emotional neu zugeordnet und somit verabreitet zu werden.

Wir alle besitzen instinktive Schutzmechanismen, die kurzfristig eingesetzt werden können und meist unbewusst ablaufen. Wenn wir beispielsweise angegriffen werden, können wir binnen Sekunden entscheiden, ob wir kämpfen, fliehen oder uns totstellen sollen. Solche essentiellen Überlebensstrategien kennen wir aus der Tierwelt. Sie treffen aber auch auf uns Menschen zu. In einer lebensbedrohlichen Situation kann es uns passieren, dass wir fliehen wollen, es aber nicht mehr schaffen. Der physiologische Ablauf der Flucht ist dann gehemmt bzw. gestört und verursacht eine Dysfunktion im autonomen Nervensystem, die als Stressmuster chronifizieren können und so die Selbstregulation des gesamten Organismus stören kann.

Natürliche Selbstheilungskräfte stärken und Handlungsmöglichkeiten fördern

Somtatic Experiencing® hilft den Klienten, die Zeichen der Regulationsmechanismen (Kampf, Flucht, Totstellreflex), die bei der Bedrohung/Überwältigung aktiviert wurden, im Körper aufzuspüren, um sie nachträglich zu vervollständigen. Auf diese Weise kann der Betroffene mit dem traumatischen Ereignis körperlich, geistig und emotional abschließen. Die für die Traumaheilung wichtige Selbstregulation und Resilienz wird verbessert, und Traumasymptome werden abgebaut. Die im Körper zuvor festgehaltene Energie wird dem Organismus schrittweise wieder zur Verfügung gestellt, stärkt so die natürlichen Selbstheilungskräfte und fördert Handlungsmöglichkeiten, die eine Traumaheilung erst möglich machen.

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